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Für Sie gelesen

von Renate Haußmann | 14. Februar 2021

War der Konsul eine Dame? Geschichte des Heymann Mausoleums

Schon der Covertext liest sich wie ein Krimi und die Autorin hält, was der animierende Zugang zum Buch verspricht. Akribisch wie es Detektive tun oder investigative Journalisten, die immer tiefer in eine Geschichte eindringen, forscht sie nach bewahrter Historie und entdeckt dabei verborgene Geheimnisse einer Hamburger Familiengeschichte nach.

Das Motiv ist die Inschrift und die Gestaltung einer Gedenkstätte der Familie Heymann auf einem Friedhof in Hamburg Niendorf. Anders als die allgemeine Betrachtung von Namen, Geburts- und Todesdaten auf Grabsteinen, die unsere Fantasie animieren und uns zu fiktiven Geschichten verführen. Während wir unseren Blick auf dem Friedhof schnell zum nächsten Beweis der Vergänglichkeit zuwenden, nimmt sie den Impuls der Gedenkstätte auf und forscht nach Akteuren im Leben der geehrten Verstorbenen. So werden die in Stein gemeißelten Namen zu Protagonisten einer wahren Geschichte. Eingeordnet in die sozialen, kulturellen und politischen Interessen der Zeit, zeichnet und die Autorin das Bild bürgerlichen Lebens einer Hamburger Familie im 19. Jahrhundert. Unbedingt lesenswert!

Brigitte Genschow (2021) Hamburg: epubli, ISBN 978-3-7531-5166-3

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