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Für Sie gelesen. Lutz von Werder: Spirituelles Schreiben

von Renate Haußmann | 9. Januar 2015

Lutz von Werder (2014) Spirituelles Schreiben: Ein Praxisbuch für Einzelne und Gruppen. Schibri Verlag

Lesen – Denken – Anwenden – Überdenken

Mehr als ein halbes Jahr begleitet mich das Buch. Ich nehme es zur Hand und blättre darin. Bin freudig überrascht mir vertraute, mir wertvolle Namen von literaturschaffenden Frauen und Männer zu finden – durchgehend von Kapitel 1 bis 12 – schon im Inhaltsverzeichnis. Aber hab ich sie je als Mystiker/innen betrachtet oder in ihren Werken nach einer mystischen Philosophie gesucht? Lutz von Werder ist ein Meister der Inspiration, er verführt zum Denken – zum selber Denken. Und er ist ein Menschenfänger. Er würdigt jeden in der Gesamtheit seiner individuellen Erfahrungen, die mit praktischen Übungen des spirituellen Schreibens poetisch vertieft werden können und nennt es Spiritualität als Mystik für alle. Niedriger kann die Schwelle nicht sein um sich mit Unbefangenheit auf das Werk einzulassen. Die Impulse zum Schreiben finden sich in historischer Aufbereitung spiritueller Dichter der Moderne von Hölderlin über Rose Ausländer bis zu Paul Handke. Thematisch gegliederte Teilen werden mit Übungen abgeschlossen, die kreatives Schreiben mit praktischer Philosophie verbindet.. Mein Weg durch das Buch ist interessensgeleitet, angefangen vom Kapitel „Gottlose Mystik nach Ausschwitz“ und gleich danach „Der mystische Impuls im Marxismus“. Ich nehme es immer wieder zur Hand, wenn ich eigene Schreibkonzepte erarbeite. Nicht nur als Anregung für Schreibübungen, sondern auch um mich einzustimmen und mich darauf zu besinnen, dass der spirituelle Weg, ein Weg der Langsamkeit ist. Lutz von Werder bezeichnet sich selbst als praktischer Philosoph und so ist – mal wieder – aus der Praxis, ein Buch für die Praxis entstanden.

(Renate Haußmann)

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